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Wie kamen Sie 1979 auf die Idee, ausgerechnet mit einem Versand für Stoffreste zu starten?
Der Wunsch nach Selbstständigkeit war bei mir schon länger da. Mein Schwiegervater, Erwin Müller, schlug vor, dass ich mich auf Stoffreste spezialisieren sollte. In seinem Versandgeschäft in Buttenwiesen wurde die Meterware immer mehr zum Nischenprodukt, da die Mehrheit der Leute lieber Fertig-Bettwäsche und -Tischwäsche wollte, anstatt diese selber zu nähen. So wurde die „Resteecke“ bei Erwin Müller zu einem eigenständigen kleinen Unternehmen, buttinette. Nach und nach haben wir dann das Sortiment um Modestoffe, Dekostoffe, Möbelstoffe usw. erweitert.

Josef & Peter Wagner
 

Waren Sie sich damals sicher, dass das Geschäftsmodell gut funktionieren würde?
Nein! (lacht) Zu der Zeit war das Selbernähen auch gar nicht mehr so attraktiv. Kleidung gab es inzwischen günstig von der Stange, und viele Frauen, die vorher aus Sparsamkeit selber genäht hatten, waren froh, dass sie das nicht mehr machen mussten. So mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen und wir begannen, Zubehör zum Basteln mit Textilien anzubieten, also zum Beispiel zum Puppen basteln. Das war ein so durchschlagender Erfolg, dass wir nach und nach auch andere Basteltechniken ins Sortiment aufnahmen, die nichts mit Textilien zu tun hatten. Später kamen dann noch die Handarbeitstechniken Stricken, Häkeln und Sticken dazu.

 

Wie hat sich die Arbeitsweise bei buttinette im Laufe der Jahre gewandelt?
Früher musste der einzelne Angestellte Aufgaben verschiedenster Art erfüllen. Durch die Größe wurde es dann notwendig, mehrere spezialisierte Abteilungen zu schaffen. Hinzu kommt natürlich der technische Fortschritt: Für vieles gibt es inzwischen maßgeschneiderte EDV-Lösungen, viele Dinge laufen automatisch ab. Beispielsweise in der Logistik: Am Anfang kümmerte sich im Versand meist ein einzelner Mitarbeiter um einen Auftrag, d.h. er suchte die Ware im Lager zusammen, packte alles ein und machte das Paket fertig. Heute läuft das alles viel systematischer ab, mithilfe einer hochmodernen Versandanlage, die bis zu 30.000 Sendungen pro Tag abfertigt.

 

Was schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern am meisten?
Loyalität ist für mich das Wichtigste. Das heißt, dass die Mitarbeiter zum Unternehmen stehen und sich ein Stück weit mit dem Unternehmen und seinen Zielen identifizieren. Damit einher gehen natürlich auch eine gewisse Begeisterungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Von Vorteil ist auch, wenn ein Mitarbeiter unternehmerisch denken kann – dies gilt nicht nur für die oberen Hierarchieebenen! Jeder Mitarbeiter kann in seinem unmittelbaren Umfeld Abläufe optimieren, was dann im Endeffekt dem ganzen Unternehmen zugutekommt.

 

Was unterscheidet ein inhabergeführtes Familienunternehmen wie buttinette von anderen Firmen?
Der Hauptunterschied ist, dass in einem Familienunternehmen wesentlich nachhaltiger gewirtschaftet und investiert wird als in großen Konzernen. In Großkonzernen sind in den Führungsebenen viele nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht, was viele Entscheidungen beeinflusst. Ein Familienunternehmen möchte man in möglichst gutem Zustand an die Kinder und Enkel weitergeben und man agiert deshalb automatisch viel besonnener. Diese nachhaltigen Entscheidungen wirken sich natürlich auch auf die Sicherheit der Arbeitsplätze aus.

 

Sie bilden pro Jahrgang acht bis zehn Azubis aus. Warum engagieren Sie sich so in der Ausbildung?
Wir legen großen Wert auf Ausbildung. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir annähernd Vollbeschäftigung haben, ist es schwierig, gut ausgebildete Fachkräfte zu bekommen. Mitarbeiter, die wir selbst ausgebildet haben, sind für uns besonders wertvoll, weil sie das Unternehmen von der Pike auf kennengelernt haben.

 

Was erwarten Sie von Ihren Azubis?
Dass sie interessiert, offen und lernbereit sind und dass sie verstehen, dass die Kenntnisse, die man ihnen in der Berufsschule und im Betrieb vermittelt, wichtig sind. Denn wenn man später vernünftige Entscheidungen treffen will, ist es besser, dies auf der Basis von solidem Wissen zu tun. Dafür bieten wir ihnen eine fundierte und umfassende Ausbildung, die sie fit macht für ein modernes Arbeitsumfeld. Wer gut ist, hat beste Chancen auf einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung.

 

Welche Werte sind Ihnen als Unternehmer wichtig?
Wichtig ist mir, dass in der Firma kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander herrscht. Nicht: Hier ist der Arbeitgeber, auf der anderen Seite der Arbeitnehmer. Sondern: Wir versuchen die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Wenn die Mitarbeiter gerne zur Arbeit gehen, sich wohlfühlen und mitgestalten dürfen, stehen sie auch hinter dem Unternehmen. Und nur so kann eine Firma auf Dauer erfolgreich sein.

 

Wie sehen Sie buttinette für die Zukunft aufgestellt?
Eine Qualität, die uns ausmacht, ist, dass wir unheimlich schnell auf veränderte Bedingungen reagieren. Dies ist möglich zum einen aufgrund kurzer Entscheidungswege und zum anderen dank unseres über viele Jahre gewachsenen und erfahrenen Mitarbeiter-Teams. Was die Trends der kommenden Jahre sein werden, wissen wir heute noch nicht. Aber das Thema „Selbermachen“ ist so vielschichtig, dass einem nicht bange werden muss. Auch hinsichtlich unserer Vertriebsformen sind wir als Multi-Channel-Unternehmen mit traditionellem Katalog und modernstem Online-Shop sehr gut für die Zukunft aufgestellt.